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Lesung (im Rahmen der Bielefelder Literaturtage)

Dienstag, 7. November 2017, 19 Uhr
"Skip"
Katharina Hacker
Stadtbibliothek Bielefeld, Neumarkt 1
Eintritt 8,- €, ermäßigt 6,- €

Skip, die titelgebende Figur des neuesten Romans von Katharina Hacker, Trägerin des Deutschen Buchpreises, macht urplötzlich eine Erfahrung, die alles verändert: Eine innere Stimme ruft ihn an Orte, wo wenig später eine Katastrophe geschieht – ein Zugunglück in Paris, ein Flugzeugabsturz in Amsterdam. Offenbar soll er einzelne Sterbende auf ihrem schwierigen Weg in den Tod begleiten. Selbst unsicher, was zu tun ist, steht er ihnen bei, ja versetzt sich ganz in sie hinein. Die Aufgabe, die ihn durch ganz Europa, immer wieder aber auch nach Tel Aviv, wo er lebt, treibt und die er sich nicht ausgesucht hat, belastet seine Ehe und lässt seine Familie fast auseinanderbrechen. Hackers Text wirft damit auch die großen Fragen unserer Zeit auf: Wie lässt sich in Zeiten von Terror und Gewalterfahrungen und ganz generell angesichts von Tod und Zerstörung das eigene Leben leben? Inwiefern fordert das Leid der Anderen unsere ganze Empathie?

 
Katharina Hacker lebt als freie Autorin in Berlin. 1997 debütierte sie mit dem Buch „Tel Aviv. Eine Stadterzählung“. Für den Roman „Die Habenichtse“ erhielt sie 2006 den Deutschen Buchpreis. (Photo: Renate von Mangoldt)

 


gemeinsam mit der Stadtbibliothek Bielefeld und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

 

Lesung
Sonntag, 5. November 2017, 18 Uhr
"Herzkeime"
Eine szenische Reise durch die Welten der beiden deutsch-jüdischen Dichterinnen Nelly Sachs und Selma Meerbaum-Eisinger
Ev. Johanniskirche, Johanniskirchplatz
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

"Herzkeime" ist eine Art imaginäre Begegnung der beiden jüdischen Lyrikerinnen. Die 1924 in Czernowitz geborene und mit 18 Jahren im Lager Michailowka gestorbene Selma Meerbaum-Eisinger und die 30 Jahre ältere spätere Nobelpreisträgerin Nelly Sachs kommunizieren über ihre Texte. In beider Leben gab es früh eine tragisch unerfüllte, in höchstem Maße prägende Liebe. Beide eint der historische Hintergrund : Nationalsozialismus, Ausgrenzung, Verfolgung, Angst.

In die wunden Seelen beider Frauen legen die Schauspielerin Martina Roth und der Gitarrist Johannes Conen behutsame Fährten, bringen dabei ihre melancholische Poesie zum Blühen. Der Blick des Zuschauers geht durch ein Souterrainfenster hinaus auf die Straße. Diese verändert sich, wird zum träge dahinfließenden Fluss, zur weiten Steppe, zur klirrend kalten Winterlandschaft. Der Zuschauer wird gefangen genommen von der Magie dieses steten, auf die Texte fein abgestimmten Wandels.

 
gemeinsam mit der Ev.-Luth. Lydia-Kirchengemeinde und dem Frauenreferat im Evangelischen Kirchenkreis Bielefeld

 

Vom 10. Oktober bis 20. November 2017 wird im Historischen Saal der Volkshochschule Bielefeld, Ravensberger Park 1, 33607 Bielefeld die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ der Fotografin Helena Schätzle, kuratiert von AMCHA Deutschland, gezeigt.

Begleitprogramm

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Volkshochschule, Historischer Saal, Ravensberger Park 1
Entrechtung – Deportation – „Wiedergutmachung“ ? Jüdisches Leben in Bielefeld unterm Hakenkreuz
und in der Nachkriegszeit
Bernd Wagner, Stadtarchiv

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Volkshochschule, Historischer Saal, Ravensberger Park 1
Bürokratie und Ideologie - Die Verwaltung als Verfolgungsinstrument im NS-Alltag
Dr. Jochen Rath, Stadtarchiv

Montag, 6. November 2017, 19 Uhr
„Der Krieg ist in uns! “ - Fundort Psychotherapie
Referent: Dr. Wolfgang Neumann
Volkshochschule, Historischer Saal, Ravensberger Park 1

Donnerstag, 16. November 2017, 19 Uhr
Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof - Geschichte und Erinnerung
Referent:  Prof. Dr. Peter Kuhn, München
Volkshochschule, Historischer Saal, Ravensberger Park 1
 
Am 8. Dezember 1941 wurden in Kulmhof (Chelmno) einige Hundert Juden mit Motorabgasen ermordet. Kulmhof lag im damalige "Warthegau", dem vom Deutschen Reich annektierten Teil Polens. Die Inbetriebnahme dieser Vernichtungsstätte ist der Beginn der nationalsozialistischen Massentötung an den europäischen Juden durch Giftgas. Im Vernichtungslager Kulmhof wurden bis 1944 mehr als 150.000 jüdische Menschen getötet.
Prof. Kuhn erlebte im Landgericht Bonn die Verhandlungen des Kulmhof-Prozesses (1962/63 und 1965), die fast zeitgleich mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen stattfanden. In seinem Vortrag berichtet er über die Geschichte des Vernichtungslagers Kulmhof und insbesondere über seine persönlichen Erinnerungen an den Kulmhof-Prozess.
 
Prof. Dr. Peter Kuhn studierte Theologie, Philosophie, Semitistik und Judaistik. Von 1991 bis 2013 war er Professor für Judaistik an der Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern.
(in Kooperation mit dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.")

Montag, 20. November 2017, 19 Uhr
Dunkle Seele, Feiges Maul.  Wie skandalös und komisch sich die Deutschen beim Entnazifizieren reinwaschen
Referent:  Niklas Frank
Volkshochschule, Historischer Saal, Ravensberger Park 1

Vortrag und Gespräch
Montag, 9. Oktober 2017, 19.30 Uhr
"Die Auswirkungen der Reformation auf das Verhältnis von Christen und Juden"
Dr. Achim Detmers
Ev.-Ref. Süsterkirche, Güsenstr. 22

Im Zuge der Reformation wurde das Verhältnis zur jüdischen Minderheit in den protestantischen Territorien theologisch und rechtlich neu geregelt. Der Vortrag gibt einen Überblick zu diesen Entwicklungen, fragt nach Gründen für die antijüdische Haltung einiger Reformatoren, stellt aber auch positive Ansätze vor.

Achim Detmers ist Generalsekretär des Reformierten Bundes. Er ist in Ostfriesland aufgewachsen und kommt aus der Evangelisch-reformierten Kirche. Nach dem Theologiestudium hat er über die Israel-Lehren und Einstellungen zum Judentum bei den Reformatoren promoviert. Zunächst war Detmers Gemeindepfarrer in der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Von 2008 bis 2009 war er von der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Reformierten Bund mit die Vorbereitung und Organisation des Calvinjahres 2009 beauftragt. Seit 2010 ist er Rektor beim Kirchlichen Fernunterricht der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Veranstalter: Kirchenkreis Bielefeld

 

Konzert

Dienstag, 3. Oktober 2017, 17 Uhr

"Lieder ohne Worte"

Markus Schön, Klarinette
Yasko Linnartz, Flügel

Ev.-Luth. Stiftskirche Schildesche

Der Titel "Lieder ohne Worte" ist untrennbar mit 48 lyrischen Klavierstücken von Felix Mendelssohn Bartholdy verbunden. Drei Stücke dieses Komponisten mit einer jüdischen Familiengeschichte werden zu hören sein. Der als Paul Frankenburger in München geborenen israelische Komponist Paul Ben-Haim hat ebenfalls drei "Lieder ohne Worte" geschrieben. In ihrem Programm spielen Markus Schön, Klarinette, und Yasko Linnartz, Flügel, außerdem Werke von George Gershwin und Leonard Bernstein, die Kinder russisch-jüdischer Immigranten waren.

Markus Schön, geboren 1971 in Lage, ist seit 2003 Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper München und seit 2013 außerdem Professor für Bläserkammermusik an der Kunstuniversität Graz.

 

 

 

Yasko Linnartz studierte in Japan und an der Hochschule für Musik Detmold. Sie konzertierte unter anderem mit der Wiener Kammerphilharmonie und den Berliner Symphonikern. Zudem ist sie Klavierdozentin an den Musikhochschulen Hannover und Bremen.

gemeinsam mit der Ev.-Luth. Stiftskirchengemeinde Schildesche

 

Filmvorführung und Gespräch

Sonntag, 10. September 2017, 15 Uhr

„Wir sind Juden aus Breslau.“
Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933

in Anwesenheit des Regisseurs Dirk Szuszies

Kino Kamera, Feilenstraße 2-4, 33602 Bielefeld

 

Protagonisten: Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wrocław. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

Weitere Informationen: www.judenausbreslaufilm.de

Gedenkveranstaltung am 75. Jahrestag der Deportation von Bielefeld nach Theresienstadt (31. Juli 1942)
Montag, 31. Juli 2017, 18 Uhr,
Mahnmal vor dem Hauptbahnhof Bielefeld

590 Jüdinnen und Juden mussten am 31. Juli 1942 in Bielefeld einen Zug nach Theresienstadt besteigen, 541 haben die Shoah nicht überlebt. Es war die mit Abstand größte Deportation vom Bielefelder Bahnhof aus.
Wir lesen die Namen der Ermordeten und erinnern mit Berichten von Überlebenden dieser Deportation an ihr Leben und ihre Verfolgung. Es sind viele Namen, wir benötigen am 31.7.2017 viele Freiwillige, die bereit sind, eine Seite vorzulesen. Jede(r) ist herzlich eingeladen, sich spontan an der Lesung zu beteiligen oder einfach zuzuhören.

Die überwiegend älteren oder hochbetagten Deportierten kamen aus Bielefeld, Bad Driburg, Bad Lippspringe, Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Beverungen, Brakel Krs. Höxter, Bückeburg, Bünde, Detmold, Enger, Frille, Gütersloh, Haaren, Halle/Westfalen, Hausberge a. d. Porta, Herford, Höxter, Lemgo, Minden, Nieheim, Paderborn, Petershagen, Rahden, Salzkotten, Stadthagen, Steinheim, Verl, Versmold, Vlotho, Warburg, Wiedenbrück und weiteren Orten.

 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Halbtagesfahrt nach Paderborn mit Führung durch die Sonderausstellung „Wunder ROMs“ im Diözesanmuseum und anschließendem Kaffeetrinken

Zur Ausstellung: Rom! Sehnsuchtsort, Pilgerziel, Inspirationsquelle für Philosophen, Literaten und Künstler. Die Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn „WUNDER ROMs im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart“ lädt ein, die ungebrochene Faszination der ewigen und heiligen Stadt zu erkunden. Auf den Spuren bedeutender Rom-Reisender schlägt sie einen Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Antike Meisterwerke und sakrale Schätze aus den Museen des Vatikan und des Römischen Kapitol kommen nach Paderborn. Gemeinsam mit diesen charismatischen Zeugnissen jahrtausendealter römischer Kultur sind wertvolle mittelalterliche Manuskripte zu sehen, Schatzkunst und Architekturfragmente sowie Skizzen, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen und Fotografien bedeutender Künstler des Nordens. Sie stammen aus renommierten Museen und Bibliotheken in ganz Europa.

 

Donnerstag, 8. Juni 2017

Halbtagesfahrt nach Essen mit Führung durch die Sonderausstellung „Der geteilte Himmel“ im Ruhr Museum (Zeche Zollverein) und anschließendem Kaffeetrinken

Zur Ausstellung: Die zentrale Ausstellung des Projektes „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ im Ruhr Museum auf Zollverein erzählt die Entwicklung der Religionen und Konfessionen an Rhein und Ruhr vom Spätmittelalter bis heute. Wie gestaltete sich das religiöse Leben im heutigen Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen von der Reformation bis zur Gegenwart mit ihrer beachtlichen Vielfalt von über 200 verschiedenen Glaubensgemeinschaften? Knapp 1000 zum Teil erstmals gezeigte Exponate aus über 150 Museen, Kirchen, Bibliotheken und Archiven veranschaulichen die politischen, sozialen und kulturellen Aspekte dieser Geschichte. Darüber hinaus finden die Besucher interreligiöse Vergleiche und Gegenüberstellungen zu grundlegenden Themen wie „Frömmigkeit“, „Heilige Schriften“, „Lebensstationen“, „Tod und Jenseits“ oder „Propaganda und Toleranz“.

 

Vortrag und Gespräch

Mittwoch, 10. Mai 2017, 19 Uhr

„Musik der Synagoge – Vielfältige jüdische Musik“

Referent: Prof. Dr. Andor Izsák, Hannover

Haus der Kirche, Markgrafenstraße 7, 33602 Bielefeld

In seinem musikalischen Vortrag bietet Prof. Andor Izsák die Möglichkeit zu einer Begegnung mit der jüdischen liturgischen Musik. Mit kurzweiligen Erläuterungen lernen Sie die romantische Synagogenmusik kennen – die Welt der Synagogenchöre, der Synagogenorgeln und der jüdischen Kantoren, die oft auch große Sänger in Konzertsälen und Opernhäusern waren.

Zum Referenten: Andor Izsák, geboren 1944 in Budapest, studierte an der Franz-Liszt-Musikhochschule. Bereits zu Studienzeiten war er Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Hier gründete er im Jahr 1962 gemeinsam mit dem Kantor Marcel Lorand den Lewandowski-Chor, das erste Ensemble, das nach der Shoah wieder synagogale Musik zu Gehör brachte. Aus der intensiven Beschäftigung mit jüdischer Musik ging 1988 das Europäische Zentrum für Jüdische Musik hervor, das seit 1992 unter seiner Leitung ein Institut der Hochschule für Musik und Theater Hannover ist.. 2003 wurde Andor Izsák auf die Professur für Synagogale Musik berufen.

 

Montag, 24. April 2017, 15 bis ca. 20 Uhr

Namenslesung am Jom haSchoa (Schoah-Gedenktag)

Rathausplatz

Am Montag,  24. April 2017, ist der Jom haSchoa (Schoah-Gedenktag). An diesem Tag werden in Bielefeld auf dem Platz zwischen Altem und Neuem Rathaus in der Zeit von 15 bis ca. 20 Uhr erstmals alle Namen von mehr als 2.000 Jüdinnen und Juden verlesen, die vom Bielefelder Bahnhof aus in den Jahren 1938 bis 1945 in die Ghettos und Konzentrationslager deportiert oder auf andere Weise ermordet wurden oder umgekommen sind.

Die Namenslesung und die Ausrichtung des Gedenktags wird von einem Arbeitskreis vorbereitet, dem Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld und des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld ebenso angehören wie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Bielefeld und der Initiative Mahnmal - Friedensgruppe der Altstädter Nicolai-Kirchengemeinde.

Den Schoah-Gedenktag, Jom haSchoa, gibt es in Israel seit 1951, er hat den Charakter eines ernsten nationalen Gedenktages. Zur Eröffnungszeremonie abends zu Beginn von Jom haSchoa werden üblicherweise sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer der Schoa stehen. Im ganzen Land heulen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen, das gesamte öffentliche Leben, der Verkehr eingeschlossen, hält inne. Schweigend verharren die Menschen an dem Platz, wo sie gerade stehen.

5.-12. März 2017:  Woche der Brüderlichkeit „Nun gehe hin und lerne“ Flyer zum Download

Eröffnungsveranstaltung

Sonntag, 5. März 2017, 11.30 Uhr

Grußwort: Oberbürgermeister Pit Clausen

Referent: Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck

"Lernen ist Leben"

Musikalische Gestaltung: Vokalensemble der Marienschule; Leitung: Günter Kunert

Anschließend Empfang

Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal

 

Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, geb. 1954, seit 1997 Professor für evangelische Religionspädagogik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Forschungsschwerpunkte: Berufsorientierte Religionspädagogik, Liturgik, Theorie des Gebetes.

Der Vortrag „Lernen ist Leben“ stellt verschiedene Lernbegriffe gegenüber und beschreibt die Bedeutung des (religiösen) Lernens in Judentum und Christentum. In diesem Zusammenhang soll Lernen als Ausdruck erfüllten Menschseins verstanden werden.

 

Vortrag und Gespräch

Mittwoch, 8. März 2017, 19 Uhr

„Jüdisches Leben heute & hier“

Referent: Michael Rubinstein, Düsseldorf

Geschäftsführer des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein K.d.ö.R.

Haus der Kirche, Markgrafenstraße 7, 33602 Bielefeld

Michael Rubinstein erläutert in seinem Vortrag die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Neuzuwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion der 1990er Jahre. Er vermittelt Einblicke in das jüdische Gemeindeleben und schildert offen Chancen, Schwierigkeiten und Perspektiven anhand von Zahlen und Fakten. Aber auch persönliche Eindrücke und Erfahrungen fließen in seine Schilderungen mit ein. Die Zuhörerinnen und Zuhörer haben anschließend die Möglichkeit für Rückfragen und Gespräche.

zum Referenten: Michael Rubinstein, geboren 1972 in Düsseldorf, Diplom-Medienwirt, übernahm 2003 die Geschäftsführung der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Ruhr-Oberhausen. 2010 wurden die Verantwortlichen der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen, darunter auch Michael Rubinstein, mit dem Preis für Toleranz und Zivilcourage Duisburg ausgezeichnet. Gemeinsam mit Lamya Kaddor veröffentlichte er ein Buch zum Verhältnis von Juden und Muslimen in Deutschland. Er war Oberbürgermeisterkandidat für die Stadt Duisburg. Seit 2015 ist er Geschäftsführer des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein in Düsseldorf.

 

Konzert

Sonntag, 12. März 2017, 17 Uhr

Alex Jacobowitz, Marimba

Ev.-Ref. Süsterkirche, Ritterstraße, 33602 Bielefeld

Der gebürtige New Yorker begann mit elf Jahren Schlagzeug zu lernen und studierte Schlagzeug, Xylophon und Marimba in New York. In den 80er und 90er Jahren trat er vornehmlich als Straßenmusiker auf. Seit 1991 tritt er regelmäßig auch in Europa auf und spezialisierte sich auf Klezmer. Seine Konzerte auf Straßen und bei Veranstaltungen europaweit brachten ihn auch ins deutsche Fernsehen.

Typisch für seine Konzerte sind der Crossover von Klezmer und Klassik sowie die Einbeziehung des Publikums.

 

Vortrag und Gespräch

Montag, 13. Februar 2017, 19 Uhr

„Erzähl es deinen Kindern“. Eine Torah für Kinder

Referent: Bruno Landthaler, Frankfurt/Main

Haus der Kirche, Markgrafenstraße 7, 33602 Bielefeld

Nach über zweijähriger Arbeit liegen nun die fünf Bände der ersten jüdische Kindertorah in deutscher Sprache vor. Das Echo in der Öffentlichkeit ist immens, handelt es sich doch um ein Projekt, das die große jüdische Kinderbibel von Abrascha Stutschinsky nach über fünfzig Jahren endlich fortführt und jüdischen Kindern die Torah in einer modernen, verständlichen Sprache nahebringt.

Bruno Landthaler stellt das Projekt, das er gemeinsam mit seiner Frau erarbeitet hat, vor. In diesem Zusammenhang wird er auf die Frage eingehen: Wie können wir heute noch aus der Bibel lesen?

(Hanna Liss, Bruno Landthaler, Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden, Berlin 2014-2016, insgesamt 728 Seiten)

Zum Referenten: Bruno E. Landthaler studierte Theologie, Philosophie und Judaistik, ist freier Autor und hat die Internetplattform »Parascha – Die jüdische Bibel« ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform hat er die ersten Texte veröffentlicht, die dem Werk »Erzähl es deinen Kindern« zugrunde liegen. Ein Parallelprojekt mit Texten für Jugendliche ist ebenfalls dort im Aufbau begriffen. Er ist verheiratet mit Prof. Dr. Hanna Liss. Gemeinsam leben sie mit ihren drei Kindern in Frankfurt am Main und sind dort Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

 

Vortrag und Gespräch

Montag, 23. Januar 2017, 19 Uhr

„Judäo-Christentum" - Die gemeinsamen Wurzeln von rabbinischen Judentum und früher Kirche

Referent: PD. Dr. Andreas Bedenbender

Haus der Kirche, Markgrafenstraße 7, 33602 Bielefeld

Religionsgeschichtlich standen sich das rabbinische Judentum und die frühe Kirche näher, als bisher angenommen. Zwischen beiden entstehenden Orthodoxien entwickelte sich darum ein komplexes Wechselspiel aus Faszination und Abstoßung. Für diesen Prozess führte der amerikanische Judaist Daniel Boyarin den Begriff „Judäo-Christentum“ ein.

Auf dem Hintergrund einer langen Beschäftigung mit neutestamentlichen und rabbinischen Texten gibt der Referent eine Einführung in das Modell und erläutert es anhand von Beispielen aus dem Neuen Testament.

zum Referenten: Dr. Andreas Bedenbender, geboren 1964 in Bielefeld, Studiumder Evangelischen Theologie und der rabbinischen Literatur in Göttingen, Heidelberg, Jerusalem, Berlin und Tübingen, Gemeindepfarrer und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten

2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Plakat-Kampagne „beziehungsweise: jüdisch und christlich“

„beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst.“ Unter diesem Titel haben die EKD und die Deutsche Bischofskonferenz eine Plakatkampagne gestartet. Die 12 Plakate stellen Beziehungen zwischen Judentum und Christentum am Beispiel von Gedenk,- Fest- und Feiertagen dar. Die kurzen Texte wollen Interesse am Judentum und am christlich-jüdischen Dialog wecken.

Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise: https://www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de/

Bezugnehmend auf das Motto #beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst, veröffentlicht der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) jeden Monat einen Podcast zu den Themen der Kampagne. Er steht unter folgendem Link zur Verfügung: soundcloud.com/dkrgcjz/beziehungsweise.