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Herzlich Willkommen bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Bielefeld

als Download: das aktuelle Halbjahresprogramm II-2016

unsere nächsten Veranstaltungen:

Rundgang

Freitag, 26. August 2016, 16 Uhr

"Bielefeld … auf jüdischen Spuren"

Treffpunkt: Museum Wäschefabrik,

Viktoriastr. 48 (Zugang Teutoburger Straße)

Teilnahmegebühr: 5,- EUR

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Dirk Ukena, der Vorsitzende der DIG, wird Orte vorstellen, die mit der Geschichte der Juden in Bielefeld verbunden sind.

Juden haben seit dem Mittelalter in Bielefeld gelebt und wurden nach der Reichsgründung 1871 und der rechtlichen Gleichstellung ein wichtiger und bis zur Nazizeit anerkannter Teil des Wirtschaftslebens und der Kultur in Bielefeld. Leider haben nur wenige Zeugnisse die NS- Jahre überdauert, aber wichtige Orte können noch gezeigt und mit Bildern aus der Vergangenheit vorgestellt werden.

(gemeinsam mit der Deutsch-Israelische Gesellschaft) 

 

 

Vortrag und Gespräch

Montag, 29. August 2016, 20 Uhr

 "Die Geschichte Bethels im Blick auf jüdische Patienten"

 Prof. Dr. Matthias Benad

 Haus der Kirche, Markgrafenstraße 7

Bald nach der Gründung der "Rheinisch-Westfälischen Anstalt für Epileptische bei Bielefeld" (1867), die sich später als "Bethel, die Stadt der Barmherzigkeit" bezeichnete, fanden dort auch jüdische Patientinnen und Patienten Aufnahme. Obwohl Friedrich v. Bodelschwingh d .Ä. (gest. 1910) mit dem antisemitisch eingestellten Hofprediger Adolf Stoecker gut befreundet war, exponierte er sich nicht gegen Juden. Als Ende der zwanziger Jahre in den Anstalten der Aufstieg der Nationalsozialisten spürbar wurde, versuchte sein gleichnamiger Sohn und Nachfolger vergeblich, in Bethel eine Art Burgfrieden durchzuhalten. Die NSDAP gewann in den Anstaltskolonien viele Anhänger. Während der nationalsozialistischen Krankenmordaktion 1940/41 sah die Anstaltsleitung keine Möglichkeit, die Verlegung jüdischer Patienten zu verhindern, obwohl sie ahnte, welches Schicksal ihnen bevorstand. Ähnlich war es 1942 bei Deportationen aus den mit Bethel eng verbundenen Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Berlin. Es kann gezeigt werden, unter welchen Bedingungen man sich in Einzelfällen trotzdem entschloss, Schutz zu organisieren.

 

Prof. Dr. Matthias Benad arbeitet im Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement in Bethel. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Diakoniegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.